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bonbon geklaut

„Charlie Zuckerkeks hat nichts zu verschenken und an jemanden wie dich schon gar nicht.“ Julie schaute etwas bedröppelt als die Worte ihre Ohren erreichten ganz so wie spitze Karamellbonbons.

Schon Ewigkeiten hatte sich nicht geweint, nun war sie kurz davor. Die erste Träne schmeckte salzig, so wie das Biobrötchen was Ihre Mama ihr jeden Tag mitgab, mit der Gurke obendrauf.

Namensgebend für ihren Spitznamen, Ökogurke, manchmal auch Biotomate, wenn Julies Gesicht mal wieder rot anlief, vor Scham. Charlie hatte sie ihr gegeben.

Aber nun, an seinem Geburtstag, als sich alle Kinder anstellten um ein Stück von seiner Nutella - Oreo - Torte zu bekommen, da gab er ihr nichts. Außer natürlich das flaue Gefühl im Bauch
und die einsame Träne, die nun schon Ihre Wange erreicht hatte. Charlie’s Backen waren voll mit Sahne und Zucker und Schokolade, Julie musste kichern, niemanden viel es auf, keiner lachte. Denn alle schlangen die Nutella - Oreo - Torte herunter als würden morgen ISIS - Kämpfer Mr. Ferrero hochjagen, weil Ferrero im Islam eine schlimme Gottesbeleidigung ist,
als gäbe es kein morgen. Wie auch immer.

Wie immer bekam Fräulein Mitschewski , sie wollte Fräulein genannt werden, da fühlte sie sich jünger, dabei war sie schon 39, die alte Schabracke bekam jedenfalls ZWEI DICKE STÜCKE Nutella - Oreo - Torte. Hatte die beiden Stücke aber schneller verdrückt als die meisten Kinder das eine, als sie dann mit vollem Mund den Unterricht weitermachen wollte. Sie sagte: „Kinder ich möchte den Unterricht weitermachen “, dabei spuckte sie ein paar dunkle Klumpen heraus.

„Oh Julie, du bist ja schon fertig, dann liest du bitte den Text über Elefanten in Entwicklungsländern“. Julie begann laut zu lesen: „Elefanten kommen nicht aus dem Zoo.

In Indien heißt es, der Elefant ist der beste Freunde des Mänchen,“ natürlich stand dort nicht Mänchen, aber Julie las es so, ein Resultat ihrer schniefende Nase, welche ohne Julies Einverständnis aus dem Wort Menschen die Buchstabenfolge Mänchen machte. Zugegeben, es klang niedlich, ihre Mama hätte gelacht, Papa hätte
kurz die Zeitung weggelegt und gesagt „Mänchenchkinda chneit’s draußen, Chneeballschacht!“, aber “niedlich“, hebt man es aus diesem Kontext und setzt es in
die Schulklasse ist dort eine scharfe Handgranate, die einzige Frage ist, wer zündet sie zuerst.

Fräulein MItschweski unterbrach: „Julie, hast du den Text gelesen?“, schallendes Gelächter brach aus, alle spuckten vor lachen ihre Oreo - Klümpchen herum.

Julie schmiss das Buch mit dem indischen Elefanten vom Tisch als sie aufsprang und aus der Klasse lief. Draußen hörte man noch das Lachen.

Sie ging einige Schritte, niemand kam ihr nachgeeilt und plötzlich fand sie sich in einem Süßigkeitenladen wieder. Meterhoch stapelten sich Bonbons,aufgetürmt zu Pyramiden. Tiere aus Schokolade waren da, bunte Lutscher die zu groß waren für den Mund und farbige Fruchtgummis, tausend bunte Fruchtgummis
in allen Farben, soviele das sie nicht alle Farben beim Namen kannte. Ein Bonbon hatte Julie gleich entdeckt, es war nicht besonders groß, versteckt von den anderen Bonbons,
und doch war es das einzige mit dieser Farbe, Julie’s Lieblingsfarbe. Sie schlich sich vorsichtig zu dem Einzelstück, ganz sanft um nirgends anzustoßen und die Süßigkeitengebilde
zum Einsturz zu bringen. Nun greift sie nach dem einen Bonbon, als wäre es das letzte auf der Welt.

15.2.15 23:01

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